Badische Landesbühne Bruchsal

Amerika

von Franz Kafka

Karl Roßmann, ein 17-jähriger Deutscher, kommt auf einem großen Passagierschiff im Hafen von New York an. In seiner Heimat wurde er von einem Dienstmädchen verführt. Sie hat von ihm ein Kind bekommen. Um den Vorfall zu vertuschen, haben die Eltern ihren Sohn nach Amerika verschickt. Der naive, aber von einem starken Gerechtigkeitsgefühl beseelte Karl wird noch auf dem Schiff in einen Konflikt zwischen einem Heizer und dessen Vorgesetzten verwickelt. Zufällig trifft er dabei auf seinen Onkel Jakob, der es in Amerika zum erfolgreichen Geschäftsmann gebracht hat. Der Onkel will Karl helfen, sich in dem fremden Land einzugewöhnen. Als Karl jedoch selbstständige Schritte wagt, wird er auch von seinem Onkel verstoßen. Auf seiner Odyssee durch das Land lernt Karl eine Gesellschaft kennen, in der weniger Höflichkeit sondern Disziplin zählt; die Selbstbeherrschung und Leistungswillen ebenso zu befördern scheint wie egoistische Machtkämpfe.

In einer Verkehrung des amerikanischen Traums verhandelt Franz Kafka die Themen, die exemplarisch sind für sein Schreiben: Isolation und Fremdheit, Konflikte mit Vaterfiguren, Scheitern und das Gefühl des Ausgeliefertseins an anonyme Mächte.

Presse

„Ramm erzählt die Geschichte von Kafka ohne aufgesetzte Aktualisierungen. Keine Anspielungen auf Trump, auch, wenn der Begriff „Präsident“ fällt und es sofort Lacher gibt. Erst zum Schluss, wenn das Ensemble den Song der Seekers singt und sich darüber sich ständig steigernde, immer gewalttätiger wirkende Marschtritte legen, wird das Negativ des „American way of life“ überdeutlich. Im Video sind junge Menschen zu sehen, die sich sammeln und sich immer mehr in Totenköpfe verwandeln. Da macht es Sinn, dass im Programmheft Brecht zitiert wird, der in Kafka jemanden sieht, der in seinen Texten Konzentrationslager vorab beschrieben hat. Aber auch, dass im Foyer und im Programmheft auf die Erklärung der Vielen hingewiesen wird.“ Die Deutsche Bühne

„Carsten Ramm inszeniert „Amerika“ als Dystopie: Das Individuum ist einem undurchschaubaren System ausgeliefert, in dem jeder eigene Schritt als Fehltritt ausgelegt und bestraft wird. So wirken die Figuren nicht wie Menschen aus Fleisch und Blut, sondern wie mechanische Puppen, die sich seltsam verrenken und mitten in der Bewegung erstarren. In der Rolle des Karl Roßmann zeigt Colin Hausberg präzise, wie sich der Verhaltens- und Handlungsspielraum des nach Amerika verschickten, anfangs recht unbefangenen Jugendlichen auf seinem Irrweg über verschiedene Arbeits- und Abhängigkeitsverhältnisse immer mehr verengt.“ Badische Neueste Nachrichten

 

Regie

Carsten Ramm

BÜHNENBILD/LICHTGESTALTUNG

Tilo Schwarz

KOSTÜME

Kerstin Oelker

Musik

Ziggy Has Ardeur

Besetzung

Colin Hausberg Karl Roßmann
Markus Hennes Senator/ Delamarche/ Oberkellner /Eins
Elena Weber Klara/ Therese/ Chaufeur/ Sechs
Stefan Holm Kapitän/ Pollunder/ Oberportier/ Student/ Fünf
Evelyn Nagel Oberkassier/ Oberköchin/ Brunelda/ Zwei
David Meyer Ein Mann/ Green /Robinson/ Drei
Markus Wilharm Heizer/ Liftjunge/ Polizeimann/ Vier

Einführung

halbe Stunde vor Beginn | Spiegelfoyer

 

Nachgespräch

im Anschluss an die Vorstellung | Spiegelfoyer

 

Information

Bei diesem Stück gibt es eine Pause.

Abo Do, VB

Preise

24 Euro / 12 Euro

Theater Baden-Baden


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