Württembergische Landesbühne Esslingen

Die barmherzigen Leut´ von Martinsried

Ein Heimatstück von Oliver Storz

Im April 1945 ist in Martinsried bereits der Geschützdonner der heranrückenden amerikanischen Truppen zu hören, als die Wehrmacht eines Nachts vier Waggons eines SS-Sonderzuges mit dreihundert Gefangenen auf dem örtlichen Bahnhof zurücklässt. Tagelang hallen die Schreie der eingesperrten Menschen durchs Dorf. Niemand aber wagt es, etwas zu unternehmen. Auch in den letzten Kriegstagen bestimmen Obrigkeitshörigkeit, Feigheit und Angst das Handeln – nicht Menschlichkeit. Nur Anna, die 18-jährige Tochter des Ortsbauernführers und eine glühende Hitler-Verehrerin, entwickelt Mitgefühl für die Gefangenen. Als sie den allseits geachteten Infanterieoberleutnant Michael Wöhr nicht überzeugen kann, etwas zu tun, übernimmt sie selbst Verantwortung …

Der Regisseur und Autor Oliver Storz (1929-2011) war einer der renommiertesten Film- und Fernsehmacher Deutschlands. Sein Drehbuch „Die barmherzigen Leut’ von Martinsried“ beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich in seiner schwäbischen Heimat ereignete. Es wurde 1989 an der WLB Esslingen uraufgeführt und 1995 von Storz selbst verfilmt. „Drei Tage im April“ – so der Titel – fand große Beachtung bei Publikum und Kritik.

Presse

„Schon die Bühne zeigt, was sowohl Stück als auch Inszenierung auszeichnet: absolute Klarheit. (…) Mit großer analytischer Klarheit werden in der prägnanten, mit Dialekt arbeitenden Inszenierung von Marcus Grube abstrakte Begriffe wie Verantwortung, Scham und Menschlichkeit konkretisiert.“ Stuttgarter Zeitung

„Die dichte, unprätentiöse Ensembleleistung spiegelt eine Dorfgemeinschaft wider, in der man sich gegenseitig beisteht – gegen unsinnige Befehle, aber eben auch gegen die moralische Last der 300 sterbenden Menschen (…) vielleicht müssten die Schreie lauter sein, die durch die geöffneten Wirtshausfenster hereinklingen. Ansonsten ist Marcus Grubes Regie perfekt für den Stoff: Langsam und bitter, ganz ohne Pathos verhärtet sich die Verzweiflung immer mehr.“ Eßlinger Zeitung

 

 

Regie

Marcus Grube

Bühne und Kostüme

Marion Eisele

Musikalische Einrichtung

Oliver Krämer

Dramaturgie

Michaela Stolte

BESETZUNG

Gesine Hannemann Anna Baisch (heute)
Nathalie Imboden* Anna Baisch (1945)
Elif Veyisoglu Elisabeth Baisch, Gastwirtin
Martin Theuer Heinrich Baisch, Ortsbauernführer
Felix Jeiter Michael Wöhr, Infanterieoberleutnant
Marcus Michalski Kurt Vollmer, Ortsgruppenleiter
Oliver Moumouris Josef Klemm, Bürgermeister
Dietmar Kwoka Karl Schwendt, Fahrdienstleiter Martinsried
Reinhold Ohngemach Wilhelm Klotz, Fahrdienstleiter Schwertlingen/ Vater Mägerle, Schlosser
Benjamin Janssen Mykola, ukrainischer SS-Posten/ Bayerischer Lokführer
Markus Michalik Pfarrer Lettowsky
Katharina Walther* Sigrid Mägerle (BDM-Mädel)/Jelena (polnische Zwangsarbeiterin)
*Studentinnen der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

Einführung

halbe Stunde vor Beginn | Spiegelfoyer

 

Nachgespräch

im Anschluss an die Vorstellung | Spiegelfoyer

 

Information

Abo SoN, VB

Preise

24 Euro / 12 Euro

Theater Baden-Baden


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